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Tennisellenbogen (Tennisarm)

Beim Tennisellenbogen – medizinisch Epicondylitis humeri radialis – sind die Sehnenansätze der Handgelenk- und Fingerstrecker am äußeren Ellenbogen gereizt und entzündet. Trotz des Namens entsteht er häufig gar nicht beim Tennis, sondern durch wiederholte, einseitige Belastung im Alltag oder Beruf. In den meisten Fällen lässt er sich ohne Operation erfolgreich behandeln.

Frau hält sich den schmerzenden Ellenbogen, das Ellenbogengelenk ist grafisch hervorgehoben

Auf einen Blick

  • Typische Beschwerden

    Druckschmerz am äußeren Ellenbogen, Schmerzen bei voller Streckung und ein Schwächegefühl beim Greifen oder Halten von Gegenständen.

  • Ursache

    Meist eine chronische Überlastung der Unterarmmuskulatur am Sehnenansatz, zum Beispiel durch monotone Tätigkeiten wie die Arbeit an der Computermaus.

  • Diagnose

    Körperliche Untersuchung und Ultraschall; bei ausbleibender Besserung eine MRT, um Teilrisse der Sehne nachzuweisen.

  • Behandlung

    In den meisten Fällen konservativ mit Physiotherapie, Orthese und gezielten Übungen. Eine Operation kommt erst bei anhaltenden Beschwerden über etwa sechs Monate in Frage.

Was ist ein Tennisellenbogen?

Am äußeren Knochenvorsprung des Ellenbogens, dem Epicondylus lateralis, setzen die Sehnen der Muskeln an, die Handgelenk und Finger strecken. Werden diese Sehnenansätze immer wieder überlastet, entsteht eine schmerzhafte Reizung – der Tennisellenbogen, auch Tennisarm genannt.

Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Typisch ist ein Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens, der bei Greif- und Haltebewegungen zunimmt und in den Unterarm ausstrahlen kann. Weil die Erkrankung oft bei Menschen auftritt, die viel am Computer arbeiten, wird sie mitunter auch „Mausellenbogen“ genannt.

Tennisellenbogen im Detail

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu Ursache, Symptomen, Behandlung und Rehabilitation.

Ursache

Meist liegt keine akute Verletzung vor, sondern eine chronische Überlastung der Muskulatur an ihrem Ansatz. Das kann dazu führen, dass Finger oder Handgelenk nicht mehr gegen Widerstand gestreckt oder Gegenstände wie eine Tasse nicht mehr gehalten werden können. Häufig tritt der Tennisarm auch bei Menschen auf, die viel am Computer arbeiten – daher wird er mitunter auch „Mausellenbogen“ genannt.

Symptome

  • Druckschmerzen am äußeren Epicondylus, teils mit Ausstrahlung in den Ellenbogen
  • Schwächegefühl: Vielen Betroffenen ist es schmerzbedingt nicht mehr möglich, selbst leichte Gegenstände am gestreckten Arm zu halten
  • Schmerzen vor allem bei voller Streckung, weshalb diese oft vermieden wird

Im Ultraschall lassen sich teilweise bereits Entzündungsreaktionen nachweisen. Bessern sich die Beschwerden nicht, folgt eine MRT, um Teilrisse des Sehnenspiegels zu erkennen.

Konservative Therapie

In den meisten Fällen lässt sich der Tennisellenbogen konservativ behandeln und zur Ausheilung bringen. In der Regel wird eine Kombination aus Physiotherapie und Orthesenbehandlung – zum Beispiel mit einer Epicondylitisspange – eingeleitet. Eine vollständige Ruhigstellung ist nur in Ausnahmefällen nötig.

Früher wurde häufig Kortison an den Sehnenansatz gespritzt. Davon ist man heute weitgehend abgekommen: Kortison bringt zwar meist eine kurzfristige Besserung, die jedoch oft nicht anhält, und kann den Sehnenansatz schädigen. Stattdessen setzt man heute auf eine Behandlung mit autologem konditioniertem Plasma (ACP), das die Selbstheilung anregen soll, ohne das Gewebe zu schädigen.

Darüber hinaus sind konsequente Dehnübungen und exzentrische Übungen für die Unterarmmuskulatur wichtig, um die Regeneration zu unterstützen.

Operative Therapie

Bleibt die konservative Behandlung erfolglos und bestehen die Beschwerden seit etwa sechs Monaten, kommen operative Verfahren in Frage. Bei einer leichten Schädigung wird arthroskopisch vorgegangen: Geschädigtes Sehnengewebe wird entfernt und der Ansatz angefrischt (sogenanntes ECRB-Release, Extensor carpi radialis brevis).

Bei einer stärkeren Schädigung wird das veränderte Sehnengewebe über einen offenen Schnitt entfernt und die Sehne wieder befestigt. Zeigt sich bei der Arthroskopie, dass eine Instabilität die Ursache der Beschwerden ist, wird zusätzlich der Bandapparat verstärkt (Augmentation).

Rehabilitation

Nach einer anfänglichen Ruhigstellung mit abnehmbarer Schiene sollten in den ersten sechs Wochen monotone Tätigkeiten vermieden werden.

Belastende Sportarten wie Klettern sind frühestens nach drei Monaten wieder möglich.

Wurde bei der Operation eine Instabilität versorgt und der Bandapparat mit Sehnengewebe verstärkt, verlängert sich die Rehabilitation auf zwölf Wochen.

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